03 Oktober 2008

Studie zur Eifersucht

Eigenwerbung ist vielleicht manchmal anrüchig, aber hier nicht:
www.netz-fragebogen.de/eifersucht

Es öffnet für Ideen :)

xx
Mae

29 September 2008

Poly in der Monowelt

Ich hatte letzten Monat seltsame Begegnungen mit der Monowelt:
entführt in eine Dorffestivität, in der die traute Zweisamkeit
als ideales Lebensmodell durch die Massen wallte und immer wieder
offensichtlich sich zeigte.

Ich fühlte mich fremd und verloren und wußte nicht warum.
Ich dachte (TATSÄCHLICH), ich wäre falsch in meiner Einstellung,
wäre verloren in meiner eigenen facettenreichen Welt ohne Zentrum.
Als fast schon überzeugt ging ich davon.

Und kam wieder in Kontakt zu mir selbst: fern meiner geliebten Männer,
fern der Realitäten, in denen ich sonst zu Hause bin, fern der Szenarien
und des Austausches.

Ich sehe jetzt, daß ich in einer Arielwerbung mit Verlogenheit gelandet
bin, die mit Ihrem Schillern und Ihrer Sicherheit eine seltesame Faszination
auf mich ausgeübt hat. Mir meinen Mut abgetrotzt hat und meinen Wunsch wieder-
belebt hat, aus dieser Welt mich herauszuhalten, weil sie meiner Natur eben
NICHT entgegen kommt. Aber es hat eine Pause und ein Abgeschnittensein von
allem gebraucht, um wieder zu mir zu kommen.

Schön, wieder da zu sein

Eure
Mae

Verzaubertes Wochenende

4 Frauen
aus dem Polyleben

die über alles reden können,
wonach ihnen der Sinn steht

über Wünsche, Realitäten und Ideen
reden und fantasieren

über Gemeinschaft, Liebe, Sex und Leben
reden und fantasieren

sich austauschen

ganz friedlich jede sein lassen, wie sie ist.

Wunderschön -

vielen Dank Euch allen!
Ich freu mich auf Berlin

15 August 2008

Beziehungen - Ende und Anfang

Es scheint die Zeit der Veränderungen zu sein.

Im Augenblick sind viele Liebesbeziehungen auf dem Prüfstand. Nicht nur bei mir, sondern vor allem auch bei meinen Freunden im näheren Umfeld.

Eine rief ich mich grad an, um mir zu erzählen, daß sie bald glücklich verheiratet ist. Auch wenn ich selbst dieser Institution eher skeptisch gegenüberstehe, freut es mich sehr, denn ich weiß, daß sie sich das lange gewünscht hat und endlich er auch den richtigen Augenblick gefunden hat, sie zu fragen - kniefallend und romantisch und alles, was sie sich gewünscht hat.

Eine halbe Stunde vorher hatte ich von einem anderen Freund gehört, der gerade im Auflösungsprozess ist und gar nicht weiß, wohin damit und sich in vielen Themen verstrickt hat, die ihn zweifeln lassen, ob das "die" Frau fürs Leben sein soll.... Eine dritte Freundin wiederum ist auch gerade in der "Krise" - wobei das schon lange der Fall ist, sie aber nicht weiß, wie sie damit umgehen soll, außer ironisch.

Ich selber hadere auch schon mit meinen Beziehungen herum, und langsam manifestieren sich Dinge - was für eine aufregende Zeit.

Eure
Mae

26 Juli 2008

Sinnhaftigkeit von Blogs

Ewig nichts gepostet, obwohl es doch viel zu sagen gäbe.

Mich hat in der letzten Zeit berührt:
- das Erleben von Gemeinschaft und wie sie entsteht
- Liebe zwischen Menschen unabhängig von Intentionen
- was es bedeutet, wenn jemand für Dich da ist, wenn Du nicht mehr weißt, wo oben oder unten ist
- ein neues Körpergefühl
- was es bedeutet Freunde zu haben, die wirklich welche sind
- der Tod
- das Leben
...

es ist schwierig, all das in ein paar Posts zu packen und auch die Frage, ob die Metagedanken dazu nicht viel wichtiger wären?

Alles Dinge über die ich nachdenken will.

Und meine Arbeit.

So: Posten dauert immer ein bißchen, aber da es MT nicht mehr gibt, werde ich jetzt mehr schreiben. Hoffe ich.

Liebe Grüße
Mae

22 April 2008

Poly essen

Da saßen wir nun
zu viert vor der Speisekarte
und wußten nicht,
was wollten wir denn?

Alles war so lecker

Ein Knödel in Champignon-Rahm
(stellte sich raus, es waren zwei)
Maultaschen mit Zwiebeln -
geschmelzt, nicht geschmolzen
Hackbraten mit Füllung, begleitet von
Kartoffelgratin,
das von allen gewollt
sich wiederholte
im Wildbratwurstgericht.

All diese Gerichte bestellten wir nun

und

beschlossen,
sie miteinander zuteilen.

JA! Vermutet wird hier Streit über
das beste Gericht - das was WIR ALLE
für das BESTE halten hätten können....

Es stellte sich heraus, daß nicht nur
jeder
in den unterschiedlichen Gerichten
das Liebste für sich selbst fand -
wir lernten zu schätzen, wofür der jeweils andere
sich entschieden hatte

und wir konnten nicht mehr festmachen,
was uns wirklich am besten schmeckte

Wir bekamen alle Nahrungsinhalte
in ähnlichen Mischungen und
waren besser versorgt

von innen und von außen

und in der Öffnung demnächst etwas zu bestellen,
das wir gerade versucht hatten.

26 März 2008

Zukunft & Gemeinschaft

Wenn ich mir Gedanken darüber mache, wie ich in Gemeinschaft leben möchte und wann und wo, kommen viele Ideen und Wünsche und Hoffnungen, die alle unstrukturiert auf mich einregnen.
Generell: Wie können wir in Gemeinschaft leben, wenn wir unser Leben lang immer wieder auf Isolation getrimmt werden? Reicht es, es einfach auf sich zukommen zu lassen?

Konkret: Finde ich genügend Menschen, Freunde, Gleichgesinnte? Können wir offen genug sein, andere Meinungen annehmen zu können, ohne uns dabei zu verlieren oder zu bekriegen, ohne andere überzeugen zu müssen? Wirklich tolerant sein?

Wann endlich ist es soweit? Wo suche ich den Ort? Ich kann es nicht erwarten, aber ich kann auch nicht einfach losziehen und es tun - denke ich. Oder doch? Einfach rein und wagen? Oder doch lieber warten, bis ein geregeltes Einkommen da ist? Oder andere Themen geklärt sind? 

Es ist so ermüdend, immer wieder mal um sich selbst zu kreisen. Hoffentlich legt es sich bald.

Träume

Meine Träume haben verschiedene Funktionen, die mich begeistern.
  • Ideenträume: Träume, in denen ich die Lösung für ein Problem am Tag bekomme oder eine Idee für etwas, über das ich bewußt noch nie nachgedacht hatte
  • Prophetische Träume: Träume, die sich Wort für Wort / Bewegung für Bewegung realiter wiederholen
  • Wunschträume: Träume, die alle Elemente eines gewünschten Teil meines Lebens beinhalten
  • Wiederholungsträume: Situationen, in denen eine schon erlebte Situation sich (meist in anderer Art) wiederholt 
Ich hoffe der Traum von letzter Nacht ist ein prophetischer.

25 März 2008

Eifersucht und Arbeit

Warum lesen die Leute so gern Kriminalberichte, besonders solche mit sexuellem Einschlag: Eifersuchtsattentate, Lustmorde, "Verhaftung eines Zuhälters", "Skandalaffäre einer amerikanischen Millionärsgattin mit einem Wiener Gigolo" etc. ?

Möchten Sie etwa wirklich selbst der Gatte gewesen sein, der die Frau beim letzten, vergeblichen Versuch, sie zur Heimkehr zu bewegen, niederknallt ? Oder die Frau, die schluchzend in die Arme des Verteidigers sinkt, als sie nach den Liebesabenteuern des Gatten gefragt wird, den sie zu vergiften versuchte ? -- Gewiss nicht. Was wirkt also an solchen Berichten anziehend ?

Das Leben der meisten Menschen ist öde. 8-10 Stunden freudlose Arbeit: Das ist die Einbuße an Lebensfreude, die ihnen die ökonomische Unterdrückung abpresst. Traurige Familienverhältnisse und sexuelle Schwierigkeiten: Das ist die Einbuße, die auf Rechnung der sexuellen Unterdrückung fällt. Das Ergebnis ist oft Abstumpfung, ist Unfähigkeit, Liebe, Hass, Begeisterung wirklich voll zu spüren: Oberflächlichkeit.

In den Berichten wird von leidenschaftlichen Menschen erzählt. Der Leser lebt ihr an starken Affekten reiches Leben mit: "Ach und diese Frau", ruft er aus, "wie sie in die Arme des Verteidigers sinkt !" und schaut sich das dazugehörige Bild an.

Man bejaht die Leidenschaft, zu der man sich selbst unfähig fühlt, nicht das Leid (was ein Teil des Geheimnisses der Wirkung von Trauerspielen sein dürfte). Man lässt sich in der Phantasie aus dem Alltag herausheben, ohne die Angst und Gefahr zu erleben, die in Wirklichkeit damit verbunden ist. So wird dgl. Lesestoff zum Opium, das die Menschen durch phantasierte Leidenschaft verhindert, die Quelle der wirklichen Öde aufzusuchen.

21 März 2008

Monogamie

Monogamie ist im Mittelalter entstanden durch die aristokratische Schicht, die sich von der Bourgeoisie abgrenzen wollten, gestützt durch die Kirche und die Glaubenssätze. So wie die Bourgeoisie die Kleider der Aristokraten kopierte, kopierte sie auch diesen Beziehungsziel, weil er sie den Adeligen näher brachte.

Dabei wiederholten sie den selben Fehler: das Achten auf Details. Bei den Kleidern lag das Detail in den verborgenen Taschen. Die Imitation hatte keine Taschen, das Original schon, aber so meisterhaft versteckt, daß man sie von außen nicht sehen konnte.

Bei den Beziehungen wurde übersehen, daß die Adeligen zwar nur untereinander heirateteten und offiziell anerkannte Kinder nur aus solchen inzestuösen Verbindungen kommen durften, das Vorrecht der ersten Nacht oder auch Vergewaltigung auf dem Feld als etwas Positives angesehen wurde, weil man ja die Gene des Herrschenden weitertragen durfte. Anerkannt waren diese Kinder aber keinesfalls (und die Ironie, daß diese Kinder auch eher weniger gute Gene gehabt haben dürften lassen wir auch mal außen vor).

Die Lebensspanne dieser Menschen betrug im Schnitt 35-40 Jahre - sich dauerhaft zu binden war eigentlich kein großes Commitment: Menschen starben an Krankheiten oder Problemen, die wir so heute nicht mehr haben. "Bis das der Tod uns scheidet" hatte eine andere Bedeutung - allerdings ist es meine Hoffnung an dieses Leben, daß alle Beziehungen, die ich eingehe, lebenslang sein werden.

Liebe

Glück geben und genießen können
Zeit teilen
Das Wissen in Arbeit umsetzen, das erfreut

Zu lieben, ohne Fesseln anzulegen

Intensiv geben

Wahrhaft anwesend sein

Zu lernen, was einen interessiert

Weiterzugeben, was man glaubt, verstanden zu haben

Anzunehmen, wenn jemand anderes es nicht will.

Seltsame Realität

Die Tagesschau von gestern

PIN- Group: Insolvenz und Gewerkschaftsbestechung
Es ist schlimm, daß die Menschen sich nicht getraut haben einen Mindestlohn zu fordern, weil sie ihn "wert" sein sollten für ein Unternehmen, weil sie arbeiten und überleben wollen. Der Wert, den wir uns beimessen, den können andere gar nicht bemessen! Es ist unglaublich, daß sich Gewerkschaften kaufen lassen - sie geben ihre eigenen Rechte auf, um einen Beruf zu haben.

IKB: 800 Millionen Verlust erwartet. 
Macht es einen Unterschied ob 800 oder 1600? Das ist so viel Geld, das können wir uns gar nicht vorstellen. Wenn das alles aufeinander auf einem großen Berg läge und wir feststellen würden, daß es einfach bedrucktes Papier ist, dem wir einen Wert gegeben haben. Wir arbeiten für Papier.

Wir arbeiten für Papier? Nein, wir arbeiten, damit wir mit dem bedruckten Papier bezahlen können: Essen, Strom, Wasser, Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch, Klamotten, Sprit, Duschgel, Erdöl, ...wir arbeiten für andere, damit wir überleben - eigentlich

IRAK/Bagdad: Demokratie im Irak - Meinungsfreiheit und weniger Terror. Nicht falsch verstehen: wenn das stimmt, daß sie den Terror nicht mehr im Land haben freut mich das sehr!! Wieso aber sehen die Menschen immer noch so traurig aus und wieso sind die Amerikaner dauernd präsent?

Bin Laden: Für die neuen Drohungen Bin Ladens (die erstaunlich gut zur Wirtschaftsentwicklung passen, denn wenn wir schon verarscht werden, sollen wir auch noch Angst haben) werden genau 31 Sekunden verwendet. Wir nehmen diese Drohung nicht ernst. Wir sollten die Drohung schon ernst nehmen, aber mir drängt sich die Frage auf, wer da eigentlich droht.

Tibetkonflikt: Menschen werden unterdrückt. Sie trauen sich nicht aus dem Haus, der Terror ist überall. China behauptet, es gäbe kriminelle Energien in Tibet und es soll wieder eine Kriegsmaschine laufen - über schutzlose Tibeter! Was machen wir da? Nix.

Eine Menschenrechtlerin soll in den Knast, was die US-Raketenabwehr betrifft war die Nachricht auch so kurz, daß es wohl nicht hängen bleibt. Aber Jan Ulrich - auf den verwenden wir MINUTEN der Nachrichten! Es ist unfassbar, daß das wichtig sein soll. Bei betrügerischem Verhalten im Sport wird verfolgt bis ins Letzte. 

Da spritzt ein Mann sich seinen Körper kaputt, um Spitzenleistungen zu erbringenund den Erwartungen seiner Sponsoren gerecht zu werden. Das ist wichtig, weil da wieder bedrucktes Papier eine Rolle spielt.

Ich schaue Nachrichten und wünsche mir, daß es die Nachrichten eines anderen Planeten seien. 

Daß über diese Prioritätensetzung, die sich in der zugesprochenen Zeit ausdrückt, nicht wirklich gesagt wird, was in unserer Welt wichtig ist.

18 März 2008

Brautkleider

Für mich war Heiraten nie ein Traum. 

Die Vorstellung für die Dauer meines Lebens in einer Beziehung zu sein, in der es per Gesetz bestraft werden kann, jemand anderen zu lieben und dabei keine Inspirationen mehr von außen holen zu können, macht mich innerlich leer. Dabei geht es gar nicht darum, andauernd jemanden mit meinem Körper zu lieben, sondern die Liebe und Inspiration, die in Gesprächen durch Liebe in mir entstehen, zu umarmen. 

In einer Welt, in der aber in fast jeder erzählten Geschichte nicht nur körperliche, sondern auch emotionale Intimität von vielen als "Betrug" deklariert wird und sozial verfolgt wird, fühle ich mich zunehmend entfremdet.

Ich hab mich selbst nie in einem Brautkleid gesehen. Bei der Auswahl eines solchen für meine Ex-Schwägerin war ich auch nicht aufgeregt, weil ich nur dachte "Hauptsache es steht Dir und Du magst es". Ich habe damals auch nicht hinterfragt, warum geheiratet wurde. Es ging wohl um Liebe und sich "den anderen zu sichern", das Ganze aber zu verpacken als "sich dem anderen ganz anvertrauen" - ohne Schlupfloch. 

Wenn dann aber jemand fremd geht - was ja meist in Wirklichkeit ein bekannt gehen ist (wenn eine langfristige Beziehung betrogen wird, ist der ONS meist nicht so interessant wie eine gute alte Freundin) wird dies entweder reuig gestanden - woraufhin der andere seine antrainierte Eifersucht empfindet oder verschwiegen und zu einem Geheimnis verpackt.

De facto hat jeder auch Geheimnisse - Themen über die er oder sie mit dem Partner nicht spricht: Themen, die man mit sich selbst ausmacht, Geschichten, die der andere nicht kennen muss, aber sobald ein Mensch geliebt wird und man diesem zugunsten einer länger andauernden Beziehung einen Tritt gibt, verrät man die Liebe aus Angst. Aus Angst, daß beides nicht möglich ist. Wegen der Limitiertheit, in der uns Liebe meist gezeigt wird.

Die Vorstelleung, jeden Tag einen Ring aufzuziehen bzw. ihn abzuziehen, wenn
ich etwas tue, was meinem "Angetrauten" schaden könnte - wie es das Klischee oft nahe legt - gibt mir dies das Gefühl angebunden zu werden, auch wenn keine Kette dran hängt. 

Ich möchte mit Menschen zusammen sein, die sich immer wieder frei für mich entscheiden und mich frei lieben und nicht welche, die an mich gekettet sind.

15 März 2008

Was mich bewegt

Als allererstes und wichtigstes Element, das mich bewegt, ist Musik zu nennen. Ich liebe Musik, die mich so bewegt, daß meine Emotionen überhand nehmen und ich für Stunden nicht ansprechbar bin. Das kann ein Konzert von Reinhard Mey genauso bewirken wie Radiohead, Grieg wie David Bowie, Muse wie Beethoven, Led Zeppelin wie Jacques Brel, Lokalmusiker, deren Namen selten gehört werden.

Ich lasse mich immer wieder auf neue Musik ein - unbekannte Töne, entdecke immer wieder Menschen, die ich vorher nicht kannte und doch würde mir einer fehlen, wenn ich sie danach wieder verlöre.

Musik läßt mich schweben, verzücken, die Endlichkeit fühlen. Sie macht mich weich und warm, hart und rockig, friedlich, lässt mich tanzen, schmelzen, aufgehen, eingehen,lachen, weinen, mitgehen. Fast nie lässt sie mich kalt. Sie bewegt mich so, daß mein Bauch anfängt zu vibrieren, es durch mich durch geht, durch die Augen wieder rauskommt und irgendwann alles umfasst und mich als anderer Mensch lässt, wo ich grade glaubte, mich zu kennen.

Ich liebe gute Geschichten, wenn sie nah an dem sind, die Komplexität abzubilden, die sich im Leben so ereignet. Zusammenhänge darzustellen, die oft nicht offensichtlich erscheinen, es aber sind. Die Geschichten zu schreiben, die mein Leben mich schreiben lässt ist eine große Inspiration für mich, Gedichte zu schreiben, die ausdrücken, wer ich bin und wie ich mich begreife. Mich selbst in meinen Worten zu finden und das auch gern.

Ich liebe Männer: Ihre Gerüche, Bewegungen, Sinnlichkeit, Offenheit, Nähe, Distanz, Denken.

Ich liebe Frauen. Weil ich selbst eine bin.

Ich liebe es in einem Satz sagen zu können, was ich sagen möchte.

Ich liebe Freiheit, die nicht zu Verantwortungslosigkeit führt oder Kosten bei anderen verursacht.

Ich wünsche mir ein volles, bildreiches, liebendes Leben, viel Zeit auf Wiesen, in Wäldern,
im Bett.

Ich wünsche mir, daß meine Freunde mit mir gemeinsam alt werden.

Ich wünsche mir, mal so frei zu sein, daß ich für ein paar Jahre in einem großen Bus durch die Welt reisen kann und sie endlich SEHE.

Ich wünsche mir, in meinen Beziehungen offen sagen zu können, was ich denke und zu hören, was sie denken - zu teilen und zu lieben, gemeinsam zu denken und miteinander füreinander da zu sein.

Ich wünsche mir, daß der Kampf um Zeit und das Feilschen um Augenblicke aufhört in der Erkenntnis wie begrenzt sie ist.

Ich wünsche mir Akzeptanz und Frieden für meine Beziehungen, Verständnis für jedes Anderssein - nicht nur meines.

http://freilieben.blogspot.com/

Monsanto, mit Gift und Genen -Arte:Dienstag 11 März 2008; 21.00 - Fakten aus der Sendung

Programminfo, eingesehen am 15.03.2008

Das 1901 in St. Louis im US-Staat Missouri gegründete Unternehmen "Monsanto Chemical Works" war im 20. Jahrhundert weltweit eines der größten Chemieunternehmen, bevor es zum mächtigen Agrochemiekonzern wurde. In der Vergangenheit machte "Monsanto" mehrfach von sich reden. Das Unternehmen produzierte das im Vietnamkrieg zu trauriger Berühmtheit gelangte Herbizid Agent Orange, das heute als chemischer Kampfstoff klassifiziert ist. Zur Produktpalette gehört ferner der umstrittene Süßstoff Aspartam, das Wachstumshormon rBST zur Steigerung der Milchleistung von Rindern sowie die in der Industrie häufig verwendete Substanz PCB, die in Deutschland unter dem Namen Clophen bekannt ist und seit Beginn der 80er Jahre als hochgiftig eingestuft wird.

Heute ist "Monsanto" weltweiter Marktführer auf dem Gebiet der Biotechnologie. 90 Prozent der heute derzeit angebauten gentechnisch veränderten Organismen, unter anderem Soja, Raps, Mais und Baumwolle, sind "Monsanto"-Patente. Und über kurz oder lang scheint das Unternehmen die gesamte Nahrungsmittelkette zu kontrollieren. Überall auf der Welt gibt es mittlerweile transgene Organismen von "Monsanto". Aber noch nie hat ein agro-industrielles Patent so sehr die Gemüter erhitzt. Der Dokumentarfilm fragt nach den Gründen für die Aufregung und erklärt, worum es bei gentechnisch veränderten Organismen überhaupt geht. Am Ende steht die Frage, ob "Monsanto"-Produkte Fluch oder Segen für die Menschheit sind.

Aus der Sendung

1) Öffentliches Statement
Auf der Internetseite stellt sich Monsanto so dar: "Monsanto is an agricultural company. We apply innovation and technology to help farmers around the world be successful, produce healthier foods, better animal feeds and more fiber, while also reducing agriculture's impact on our environment."

(Private Meinung: Besonders auffällig ist für mich als Leser die Passage "while also reducing agriculture's impact on our environment": ich dachte immer, daß der Anbau von Lebensmitteln DURCH unsere Umwelt passiert, wir ihr für die Früchte und unsere Versorgung höchstens dankbar sein können und uns darum kümmern, daß dies sos bleibt. Landwirtschaft an sich hat keinen "impact" - also Auswirkungen - auf die Umwelt - ein Wort, das Schädlichkeit durch den Anbau allein unterstellt. Dies wird als Aufgabe gesehen, als etwas, wobei man Farmern helfen muss.)

2) Landwirtschaftsverbrechen
Round Up ist seit 1974 der meistverkaufte Unkrautvernichter der Welt. Es ist ein Totalherbizid, das als organisch abbaubar galt. Sie wurden nur zwei Mal verklagt, weil nach hausinterner Studien nach 28 Tagen nur 2% abbaubar sind. Roundup ist hochgiftig. Es verursacht Funktionsstörungen bei der Zellteilung: Die Mechanismen, die die Zellteilung steuern, werden angegriffen. Die Hauptveränderung liegt darin, daß sie genetische Instabilitäten hervorrufen.

90% der Gentechnisch veränderten Organismen (GVO's) gehören Monsanto -sie wurden entwickelt, um gegen Round Up resistent zu sein.

1937: Der Kontakt mit PCB führt zu akneähnlichen Ausschlägen, toxische Auswirkungen auf den gesamten Organismus

1961: Platzen einer Rohrleitung in einer Firma, die PCB verwendet: Symptome einer Hepatitis

1966: Fische, die in Snow Creek - Anniston, dem Fluss der von Monsanto verschmutzt wurde, ausgesetzt wurden, starben nach 3 Minuten.

Wir alle haben PCB im Körper. In der Vergangenheit nur an einigen Standorten präsent, wurde es über die natürlichen Prozesse unserer Welt auf ihr und in uns allen verteilt. PCB fördert das Entstehen von Krebs. Frauen, die schwanger werden und PCB im Körper haben, bekommen ein Kind mit geringerem IQ; PCB beeinträchtigt Sexualhormone und die Arbeit der Schilddrüse.

2001 hat die Annistonbewegung (20.000 Bürger) Monsanto verklagt: 700 Mio. $ Schadensersatz, ein Spezialkrankenhaus, aber keine Führungskraft wurde strafrechtlich belangt.

Biotechnologie
Wenn man Roundup zwei mal spritzt ist jedes Feld ist frei von jeglichen Pflanzen - es sei denn man benutzt Samen, die künstlich hergestellt wurden, um gegen Roundup resistent zu sein.

Substantiell äquivalentes Saatgut
Das genveränderte Saatgut wird von der Food and Drug Administration als sicher deklariert. Monsanto weiß und wusste davon und konnte unter so wenig staatlicher Einflussnahme wie möglich ihre Schweinereien durchführen. Dies war möglich, weil Monsanto einen ehemaligen Anwalt, der vorher 7 Jahre indirekt für Monsanto gearbeitet hatte, bei der FDA eingeschleust hat.

George Bush Senior: 9 Jahre bevor Round-up Ready auf den Markt kam, hat der damalige Vize-Präsident der USA erklärt bekommen, wie die genetisch veränderten Organismen funktionieren und daß sie zur Resistenz gegenüber einem Gift führen.

Wachstumshormonskandal mit Kühen - das synthetische Hormon rGBH (Prosilac)
Worüber vorübergehend geschwiegen wurde waren Fakten zu Fortpflanzungsprobemen, Mastitis (Brustdrüsenerkrankungen) und erhöhter Krebsanfälligkeit. Tiere, die Prosilac Hormonspritzen bekamen, wiesen starke Veränderungen auf: Das Synthetische Hormon rGBH ließ die Eierstöcke der Kühe rechtsseitig zwischen 30% und 40% stärker wachsen und erhebliche Probleme bei der Fortpflanzung traten auf. Es gelangt mehr Eiter in die Milch durch die erhöhte Mastitis, viele der Antibiotika, die sich durch die Behandlung von Mastitis ergeben, die erhöhten Werte an IGF 1 - insulinähnlicher Wachstumsfaktor 1, der in Zusammenhang mit Prostata und Brustkrebs steht - verändern die Gesundheit unserer Lebensmittel, die auf Milch basieren. In Europa ist das Wachstumshormon verboten.

Auf den Verpackungen stehen in den USA keine Angaben über beinhaltete Wachstumshormone.

4) Institutionen und Monsanto
Zwischen den staatlichen Institutionen und Monsanto herrscht eine Politik der Drehtüren: von einer Institution zu Monsanto und umgekehrt. Den Beweis kann man hier und hier schön nachlesen.

5) Historisches zur Gentechnik
Der erste gentechnisch veränderte Lebensmittelzusatz, der in den USA auf den Markt kam, führte zu einer großen Epidemie. Gentechnisch verändertes L-Tryptophan hat zum Tode durch IMS von 37 Menschen geführt und über 1000 haben bis heute Probleme.

6) Interviewtranskript Greenpeace Peter Melchett, Vorsitzender Greenpeace und Robert Shapiro, Vorstandsvorsitzender von Monsanto (1993 - 2000) (Leitsatz: food - health - hope)

PM: "Monsanto hat keine Mühen gescheut, seine Produkte überall massiv zu pushen.Mit der vollen Unterstützung multinationaler Lebensmittelkonzerne, von Einzelhandelsunternehmen, Kommunikationsunternehmen von Aufsichtsbehörden und sogar Regierungen. Sie benehmen sich nicht wie ein Unternehmen, das Leben und Hoffnung bringt, sondern wie ein Tyrann, der uns seine Produkte aufzwingt."

RS: "Wenn ich ein Tyrann bin, dann kein besonders erfolgreicher (Publikum lacht) Ich möchte betonen, daß die Biotechnologie ein Werkzeug ist. Sie selbst ist weder gut noch schlecht. Sie kann gut oder schlecht benutzt werden. Unsere Produkte wurden im Rahmen aufsichtsbehördlicher Verfahren geprüft, die die Gesellschaft zum Schutz der Sicherheit und der Umweltverträglichkeit der Produkte eingerichtet hat."

7) Chlorakne
Hervorgerufen durch 245T, einem Unkrautvernichtungsmittel, erkrankten 1949 durch einen Unfall Arbeiter an Chlorakne. Auslöser ist Dioxin, das in 245T enthalten ist. Dieses ist der Hauptbestandteil von Agent Orange, das von den USA im Vietnamkrieg als Entlaugungsmittel verwendet wurde. Millionen von Menschen wurden geschädigt.

Die Langzeitwirkung von Dioxin wurde untersucht anhand der 1949 erkrankten Arbeiter und gleichaltrigen nicht im Unfall involvierten Mitarbeitern. Diese gefälschten Studien, die Dioxin als ungefährlich einstuften waren über 9 Jahre grundlegend für die Politik.

8) Verseuchung der Welt durch Monsanto
Nord- und Süd-Amerika, Asien und Australien sind schon verseucht mit den von Monsanto hergestellten GVOs. In 10 Jahren haben sich die gentechnische veränderten Kulturen auf mehr als 100 Millionen Hektar ausgebreitet. 70% sind resistent gegen Roundup und 30 % sind resistent gegen ein Insektenvertilgungsmittel (BT).

Monsantos Gegendarstellung (Our Pledge) von 2001 verweist auf intellektuelles Eigentum und finanzielles Wachstum. In Nordamerika verpflichten sich Farmer, die Folgen der biotechnologisch geänderten Güter "zu respektieren".

Wenn jemand einen Teil seiner Ernte wieder aussät, dann kommt die Mafia wieder: Nachbarn verraten sich gegenseitig, die Kontrolle über Saatgut ist wichtiger als das Recht auf gesunde Lebensmittel.

Weiterführende Links
Chat-Transkript mit Marie-Monique Robin

Übersicht an Monsanto Produkten, die gefährlich für uns und unsere Welt sind: http://www.ethicalinvesting.com/monsanto/

Über genetisch verändertes Saatgut

Einfluss wissenschaftlicher und technologischer Veränderungen auf die Wirtschaft, die Arbeiter, die Gesellschaft und die Umwelt

Auswirkungen des Wachstumshormons von Kühen auf den Menschen

Zur Chlorakne

Mais in Mexiko - wissenschaftlicher Hintergrund

Erhalt der Arten
http://www.navdanya.org/

Ohne Sender wie Arte hätten wir viele Informationen nicht so gebündelt und gut recherchiert auf einer Stelle. Vielen Dank!! Bitte kauft das Video und zeigt es allen, die ihr kennt!

http://freilieben.blogspot.com/

Polyfragen

Wie können wir etwas bewegen?

Wie können positive Kräfte sich entwickeln, wenn sie in Absolutgrößen wie "Poly ist besser als Mono" gefangen sind?

Geht nicht über die Integration und Synthese aller Beziehungsformen, die auf Freiwilligkeit basieren, eine gemeinsame Netzstruktur hervor?

Können wir dabei einen guten Umgangston miteinander haben und unsere respektvollen Werte übertragen?

Wie kann man eine friedliche Revolution ohne Schubladen bewirken?

Wie sieht unsere Utopie aus?

Was wollen wir?

Was können wir?

Was wagen wir?

Wie kommt das einzelne Engagement an die anderen?

Wie können andere von selbst gemachten Fehlern lernen?

Was können wir tun, damit andere weniger stigmatisiert werden?

Häufig von mir gelesene Seiten

Blog von Rainer Langhans 


http://www.wirklichkeitsvarianten.de/

http://freilieben.blogspot.com/

14 März 2008

"Liebe" als Schutzgeld

An Amerika sehen wir noch deutlich, wie es gemeint ist, wenn von Liebe die Rede ist. Dort wird von Jugendlichen erwartet, dass sie sich nicht lieben, solange sie nicht verheiratet sind. Ihr Lieben wird als außereheliche Beziehung gebrandmarkt und findet deswegen zumeist im Dunkel der Ignoranz (und damit auch der Gefährdung durch HIV) sowie im Würgegriff von Schuldgefühlen und kompensatorischer Gewalt statt.

Bei uns wird das zwar schon lockerer gesehen, aber auch hier gibt's das Lieben nicht umsonst. Auch von uns erpresst die Gesellschaft zuerst ein Schutzgeld. Wir merken es
nur nicht. Wir merken es nicht, weil wir die Idee davon schon längst verinnerlicht haben und dieses Schutzgeld uns gegenseitig abverlangen.

Wir nennen es Liebe.

Und wie bei jedem Schutzgeld wissen wir nicht, wieviel es auf uns auf lange Sicht kosten wird.

Was wir aber von Anfang an wissen, sollte uns eigentlich jedoch schon reichen.

Denn von Anfang an ist klar, unsere Liebe umfasst alles, aber alles nur auf eine einzige Person hin gerichtet.

Schwören wir uns einander Liebe, dann meinen wir dasselbe wie wenn wir heirateten. Wir schwören nämlich, irgendwie immer den Erwartungen des geliebten Anderen zu entsprechen, und dies, obwohl diese Erwartungen, genauso wie unsere eigenen an die geliebte andere Person, noch längst nicht ausgegoren sind, ja, sogar im Eigentlichen nie voll bewusst reflektiert werden.

Es gibt aber einen festen wichtigsten Kernpunkt der Erwartungen, nämlich die Erwartung der sexuellen Treue. Diese fordert vor allem, dass, wer sich liebt, niemanden anderen sexuell lieben darf. Diesem Gesetz muss für die Dauer der Beziehung Folge geleistet werden. Wird ihm nicht Folge geleistet, gilt dies praktisch automatisch als Grund für die Auflösung der Beziehung.

Es spielt also im gesellschaftlichen, wie auch zumeist im individuellen Bewusstsein der Betroffenen, kaum eine Rolle, wie die Personen in einer Beziehung sich lieben, also, welche Qualität ihr Lieben hat. Ist das Schutzgeld des Liebens erst einmal bezahlt, kann man sich im Schutz des Gesetzes der herrschenden Mafia beim Liebemachen ziemlich gehen lassen. Man ist sich ja einander sicher, hat seinen Obulus ja erbracht.

Die Liebe ist quasi der Geldschein, der die Berechtigung durch das Gesetz der ehrenwerten Gesellschaft zum Liebemachen gewährt, obwohl es um die beim Lieben noch viel weniger gehen sollte als beim Pizzabacken.

Die Treue, um die es geht, ist also nicht primär die Treue zum Partner (bzw. zu den Kunden des eigenen Restaurants), sondern die Treue des Vassallen gegenüber der ehrenwerten Gesellschaft und ihrem Gesetz. Dieses Gesetz fordert von Liebhabern bzw. Geliebten Satisfaktion, auch wenn diese ihre "legitimen" Partner weiterhin lieben und -- befriedigen.

Und Satisfaktion heißt Bestrafung.

Die Strafe kann jeden treffen, und indem sie eine Person trifft, trifft sie natürlich auch alle anderen Beteiligten. Denn sie sind ja mit der bestraften Person durch ihr Lieben direkt oder über die gemeinsam geliebte dritte Person verbunden. Auch
daran erkennt man, dass es nicht um die beteiligten, sich vermeintlich liebenden Personen geht, sondern um die Erfüllung des sie beherrschenden Gesetzes. So kann die Bestrafung sowohl die sogenannte betrogene Person treffen (Autoaggression) als auch den geliebten Menschen sowie auch den "Rivalen" oder die "Rivalin". Und in dem Maß, in dem das Gesetz der Liebe, welches uns exklusiv auf die eine andere Person hinrichtet,
verinnerlicht ist, gilt auch hier sehr schnell das Alles-oder-nichts-Prinzip, d.h. es geht sehr schnell ums Töten -- um Selbstmord oder Mord.

Die Hinrichtung muss natürlich nicht immer ausgeführt werden.

Wie bei der Schutzgelderpressung reicht zumeist schon die Androhung, um die sich gegen das Gesetz Auflehnenden zum Kuschen zu bringen. Und wie die "Familie" der Mafia, so üben Familien, Nachbarn, Freunde, Kollegen, etc. auf jeden Menschen, der sich jenseits der patriarchalisch monogamen und heterosexuellen Norm bewegen möchte, einen ungeheuren Druck aus, dem Gesetz der Omertià zu gehorchen und zumindest zu schweigen, wenn er sich schon nicht beugt. Auf diese Weise sorgt die schweigende Mehrheit dafür, dass das Abweichen von der Norm im schmutzigen, für lichtscheues Gesindel reservierten dunklen Eck bleibt.

In diesem Eck lässt uns die verinnerlichte Idee der monogamen Liebe klein und schuldig fühlen, was uns dann umso eher erpressbar macht für Liebesentzug und Androhung von Tod, so wie auch das Zahlen des Schutzgeldes für viele Kleinunternehmer zu Schulden und einer Gefährdung ihrer ökonomischen Existenz führt, und solche Schulden ihre Position und Abwehrkraft gegenüber den Eintreibern noch weiter schwächen.

Gegen die Krakenmacht der Mafia gibt es nur ein Mittel: das mutige Durchbrechen des Schweigens.

Je mehr sich vorher zusammentun, um sich abzusprechen und gemeinsam gegen die Omertià zu verstoßen, desto weniger gewaltig muss der Mut sein, den der Einzelne noch aufbringen muss.

Dasselbe gilt auch für uns, die ihr Lieben nicht ewig vom Jägerzaun eigener Besitzverlustängste und fremder Treueerwartungen eingeengt lassen wollen -- und die das dahinterstehende tödliche Gesetz durchschaut haben: We must get out of our closets -- als Heteros genauso wie es uns unsere mutigen homosexuellen Vorreiter schon getan haben und noch immer neu tun müssen.

(c) known

Warum dieser Blog?

Nachdem ich vor einem Jahr auf den Ausdruck "Polyamorie" gestoßen bin habe ich erst einmal fleißig Informationen gesammelt, weil ich so glücklich darüber war, endlich einen "Namen" für mein gelebtes Liebesleben gefunden zu haben und auch noch festzustellen, daß ich damit nicht allein bin, wenn ich mir Menschen wünsche, die offen lieben können und sich nicht der sexuellen Exklusivität im Sinne von Warensicherung bedienen.

Die erste Anlaufstelle war natürlich der Wikipedialink, dann kam ich über bekannte Boards und Mailinglisten an mehr virtuelle Interaktion und schließlich auch zu den mittlerweile für mich nicht mehr wegzudenkenden Treffen mit Polyamoren aus meiner Gegend, mit denen ich echten Austausch zum Thema gefunden habe. Gerade zu dem Thema gibt es im deutschsprachigen Bereich nicht so viel, wie ich es mir wünsche, deswegen mache ich so den Anfang für mich.

Ich lebe meine Beziehungen mit zwei wunderbaren Männern nun seit 1,5 Jahren und bin sehr froh darüber, daß wir unsere Lebenseinstellungen teilen. Dabei tun sich unterschiedliche Thematiken und Probleme auf, für die man keine sozialen Normvorschriften und Regeln eingetrichtert bekommen hat - zum Glück.

Liebe frei leben ist ein wunderbares Geschenk, geht leider aber nicht immer schmerzfrei: Eifersucht, dunkle Gedanken, Mißgunst - Verlustangst. Von den vielen Facetten der Polyamorie zu schreiben und sich auszutauschen ist ein Ziel dieses Blogs. 

Frei leben ist wovon ich träume: leben mit meinen Lieben, Freunden, Menschen, die mir viel bedeuten. Nicht nur in meiner kleinen Welt, auch in der großen würde ich gerne andere Entwicklungen sehen. Alles, was mir dazu auf- und einfällt, kommt auch in diesen Blog.

Lieben ist das schönste, was es gibt. Darüber schreibe ich wohl auch... *g*

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